Experimentalstatik im Baustofflabor

Ziel der Versuche war es, das Verhalten eines Bauteils unter Biegebelastung zu beobachten und festzustellen, ab wann es zum Bruch kommt. Die Versuchsdurchführung bot den Schülern die Möglichkeit, theoretische Inhalte anschaulich in die Praxis umzusetzen und wichtige Erkenntnisse über Tragverhalten, Belastungsgrenzen und Materialversagen zu gewinnen.

Besonderes Interesse weckte der Versuch auch bei anderen Klassen, welche die Durchführung aufmerksam verfolgten. Unter den Zuschauenden befanden sich unter anderem die Bautechniker der Klasse FBT1 sowie die Bauzeichner- und Betonbauerklassen. Die Veranstaltung verdeutlichte eindrucksvoll die Bedeutung praxisorientierten Lernens und förderte zugleich den fachlichen Austausch zwischen den verschiedenen Klassen.

Untersucht wurden verschiedene Holzarten und Ausführungsvarianten mit einem Querschnitt von 4×8 cm. Dazu gehörten Vollquerschnitte aus Nadelholz der Festigkeitsklasse C24 (hier: Fichte), sowie lose aufeinander liegende, senkrecht und schräg verschraubte und verleimte Brettlamellen. Darüber hinaus wurden Laubholzquerschnitte aus Esche, Eiche, Buche und Birke geprüft.

Die Versuchsergebnisse zeigten, dass die Tragfähigkeit der Prüfkörper maßgeblich von der Holzqualität beeinflusst wird. Entscheidend waren dabei insbesondere Schrägfasrigkeit, Astigkeit und die Jahrringbreite. Zudem wurde festgestellt, dass Laubhölzer insgesamt tragfähiger sind als Nadelhölzer. Ebenso zeigte sich, dass Vollquerschnitte höhere Lasten aufnehmen können als übereinanderliegende Brettlamellen.

Insgesamt wurde die rechnerisch erwartete Biegezugfestigkeit in den meisten Fällen erreicht oder sogar überschritten. Abweichungen traten vor allem dann auf, wenn qualitätsmindernde Einflüsse vorhanden waren, beispielsweise Äste in der Zugzone oder im Auflagerbereich.